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Fünf vor Zwölf
                    
              
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"Watch The Sky..!"

Amerikas Angst vor atomarer Bedrohung und komunnistischer Unterwanderung rief in den fünfziger Jahren Hollywood auf den Plan, um wenigstens im Kino Herr der Lage zu werden. Freilich kam hier die Bedrohung, stellvertretend, aus einer völlig anderen Ecke. Neben den üblichen "Trashbomben" wie etwa "I married a Monster from Outer Space/1955" oder Roger Cormans "Day the World Ended/1956" zeigen drei andere Beispiele auf, dass es durchaus auch etwas subtiler ging.
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1951 inszenierte Christian Nyby "Das Ding aus einer anderen Welt/The Thing[from another World], dem die Shortstory "Who Goes there?", von John Campbell zugrunde lag. Wissenschaftler und Militärs müssen sich am Nordpol gegen einen gestrandeten, blutgierigen Ausserirdischen zu Wehr setzen. Die Geschichte wird aus Sicht eines Reporters erzählt, der die Welt zum Schluss, via Radio, dazu auffordert, künftig aufmerksam den Himmel zu beobachten ("Watch The Sky...!"
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1956 brachte Don (Dirty Harry) Siegel, Jack Finneys Roman "The Bodysnatchers" in die Kinos. "Invasion of the Bodysnatchers" hiess bei uns "Die Dämonischen" und bezieht seine schreckliche Atmosphäre, wie schon " The Thing....", unter anderem aus dem Farbverzicht.Hier entstehen aus merkwürdigen riesigen Schoten gefühllose Kopien von Bewohnern einer kalifornischen Kleinstadt.

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Und schliesslich "Der Tag an dem die Erde stillstand/The Day the Earth stood still/1951", ein Film von Robert Wise, dessen Remake wir jetzt erleben müssen.
Der Streifen lief zwar im gleichen Jahr wie Nybys "The Thing...", kommt aber mit einer völlig anderen Botschaft daher. Die Mahnung vor dem Gewaltpotential der Menschen (Amerikaner), das sich wohlmöglich bis in den Weltraum ausdehnen könnte, wird von einem durchaus friedfertigen Alien namens Klaatu (Michael Rennie) ausgesprochen, ihm zur Seite steht Gort, der Teil einer Rasse von Big Brother ähnlichen Superrobotern ist.

Pathetisch, aber bestimmend, warnt Klaatu am Ende die Menschheit (Amerikaner) vor möglichen Konsequenzen ihres Tuns, das letztendlich zur totalen Vernichtung führen könnte.
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Die hier besprochenen Filme sind gelungene Beispiele für das Hysteriesyndrom der USA und schon längst Klassiker des Genres. Selbstverständlich konnte es nicht ausbleiben, dass neuzeitliche Filmemacher ihre ganz eigenen Version lancierten.

John Carpenter, 1978 mit "Halloween" zum Kultregisseur avanciert, zeichnete 1982 für das blutige, aber erfolglose Farbremake von "The Ting.." verantwortlich.
"Bodysnatchers" wurde inzwischen dreimal neu verfilmt. Allerdings vermag nur die 78er Version von Philip Kaufman wirklich zu beeindrucken..
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Schon wieder steht die Erde still....

Im Centralpark landet ein gigantisches Raumschiff. An Bord befindet sich Klaatu (Keanu Reeves), der, als Botschafter seines Planeten, die Erde schon lange beobachtet hat. Sein Erscheinen ist allerdings kein harmloser Besuch. Er hat den Auftrag, die Menschen zu vernichten, weil diese ihrer Umwelt immer mehr Schaden zufügen. Die Mikrobiologin Helen (Jennifer Connelly) versucht, ihn davon abzuhalten..



Was soll man über einen Film sagen, der so überhaupt nichts hat. Und wer trägt dafür die Schuld? Director Scott Derrickson wohl nur bedingt, denn der gute Mann musste sich ja nun einmal am Drehbuch festhalten. Jenes eben hat ein bisher unbekannter Typ namens David Scarpa verbockt, und man kann nur hoffen, dass es sein einziges Machwerk bleiben wird. Die Produzenten, Erwin Stoff und Paul Harris Boardman wussten offensichtlich nicht, was sie mit ihren Moneten anfangen sollten.
Derricksons Neufassung ist ein echter Durchfaller, dass lässt sich gar nicht übersehen. Die grandiosen Schwächen, denen wir hier ausgesetzt sind, liegen offen in der aufpolierten Geschichte, die einfach so anfängt, um in den nächsten Minuten auch gleich eine Packung Effekte zu liefern.
Dann gibt sich Klaatu die Ehre, aber wir müssen feststellen, das es eben doch nur der ewige Bubi Keanu Reeves ist. Er teilt sich die Farblosigkeit seines Auftretens mit der völlig langweiligen Jennifer Connelly. Auch dabei, Jaden Smith, Will's Filius. Der Bursche sollte sich solche Plotten wirklich sparen, weil ansonsten vielleicht bald gar nix mehr drin ist.
Ach ja, die Botschaft bleibt nun völlig erdgebunden, als hätten Greene Peace und andere Aktivisten die vermurkste Story gleich selber verbrochen. Hinzu kommt ein Ausserirdischer, der irgendwie gar keinen Plan hat. Er will die Erde vor den Menschen retten und lässt es im Finale ordentlich krachen. Zwischenzeitlich hat sich Roboter Gort denn auch sehr wirkungsvoll in einen Haufen Fliegen verwandelt, damit's dann a bisserl biblisch wird. Warum der Riesenblechkerl soetwas kann bleibt auf immer Geheimnis der Ideenlieferanten. Ein paar Tränen später, vermischt mit Connellys Geschwafel darüber, dass sich der Mensch ja doch mal eben ändern kann, lässt E.T. von seinem Vorhaben ab und reicht, von tosendem "FX-Gewitter" begleitet, mal eben so den Abschied ein.
Das war's damit, überflüssiger kann ein Remake gar nicht sein.
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