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WORTE FÜR DIE EWIGKEIT

Literatur des Grauens

Es stellt sich tatsächlich die Frage, was denn eigentlich Literatur ist. Nun gut, der eine, oder andere liebt es schwer und liest Goehtes "Faust ". Es geht selbstredend auch weltlicher, aber einige Zeitgenossen finden bereits in einem Machwerk aus den Verlagen "Bastei und "Erich Pabel" die Erfüllung. So billig wie diese sogenannten "Groschenhefte" ist auch das, was dem Leser dargeboten wird. Deutsche Autoren, die sich gerne einmal wohlklingende englische Namen verpassen, schreiben diese Fastfootromane in ca. 1 -2 Wochen. Und das ist eine Vorgabe, an die man sich dort zu halten hat.

"Jerry Cotton", "Kommissar X" oder auch "Geisterjäger John Sinclair" erleben auf ca. 60 Seiten Abenteuer, die wohl kein vernünftiger Lektor jemals vor Augen hatte. Nur so kann man sich den Dilettantenstil erklären, den ein solches "Werk" ausmacht...("Die Stille knisterte und knackte" )Warum also, sollte man sich diese Dinger dann antun, fragen Sie? Dazu fällt mir der Satz vom,angeblichen, "Master of Suspense", Stephen King, ein:"Wer die vielen schlechten Bücher nicht kennt, der hat die guten nicht verdient." Darum, also...!?

Notre-Dame de Paris"?

Es gibt sicherlich Leser, denen der Originaltitel zu Victor Hugos großartigem Roman gar kein Begriff ist. Bekannter ist die deutsche Übersetzung dann auch eher als "Der Glöckner von Notre-Dame". Und das kann schon für Verwirrung sorgen; so geschehen, vor ein paar Jahren..

Irgendwann, Ende der Neunziger, wollte mir meine Bekannte, Renate S, wohl einen, gutgemeinten, Gefallen erweisen. Mein Geburtstag stand an, und so machte sich die "gute Seele" auf, um für mich Victor Hugos "Notre-Dame de Paris" zu beschaffen. Ich "verriet" ihr einmal, daß dies der Originlatitel seines Buches sei, damit begann für sie eine längere Suche, die recht erfolglos enden sollte.

Geknickt ließ mich die sichtlich gestresste Renate  wissen, daß diese Geschichte in den örtlichen Buchhandlungen wohl kein Mensch kannte. Damit war diese "Story" aber noch nicht erledigt. Sie fand ihr peinliches Ende erst, als meine jetzige  Lebensgefährtin und ich bei einem befreundeten Paar zum Essen geladen wurden.

Mit dabei war eine Freundin unserer Gastgeber, die wohl schon ,fast, alle Bücher gelesen hatte und nun mit mir eine, leicht angestrengte, Diskussion darüber führte. So kamen wir auch,zwangsläufig, zum "Glöckner", und ich hielt eine leidenschaftliche Rede darüber, wie schwer es denn sei, in den Besitz dieser "Kostbarkeit" zu gelangen Immerhin, die aufreibende Suchaktion, usw.

Da geriet mein Gegenüber völlig aus dem "Häuschen", denn sie hatte den Roman bereits mehrfach gelesen. Sehr schnell wurde mir klar, in welches Fettnapf ich da getreten war. Renate S. nämlich, die so tapfer Suchende, bestürmte die Buchhandlungen mit dem von mir genannten Originaltitel, und dort war sich, offensichtlich, niemand darüber im klaren, daß es hier um Victor Hugos Meisterwerk ging. Soetwas aber auch..

               
                       
""Sind wir nicht alle ein bischen Q...?" 

Hugo's Werk erschien 1831 und gilt als der bedeutenste historische Roman der Romantik.

 Elf Bücher sind es, in denen Hugo, seine Geschichte erzählt, in deren Mittelpunkt er die berühmte Kathedrale von Notre Dame stellt.Das Schicksal der verlorenen armen Seelen und die Dekadenz der kirchlichen Macht bestimmt das Geschehen. Im 4. Buch offenbart sich das Verhhältnis zwischen Domprobst Frollo und Quasimodo, während im 7. Buch bis zum Ende,die melodramatische Handlung um das Zigeunermädchen Esmeralda im Mittelpunkt steht.(Eine ausführliche Inhaltsangabe muß aus Platzgründen entfallen)

Natürlich gibt es auch diverse Verfilmungen, die allerdings immer wieder in einschlägen Lexica des Horrorfilms zu finden sind. Das wiederrum erklärt sich dann aber in der Figur Quasimodos, dessen äußere Erscheinung tatsächlich schon einem "Halbwesen" gleicht. Dieses Werk jedoch derart gering zu schätzen, läßt vermuten, daß manch einem das erzählerische Potential darin gar nicht klar ist.

Soetwas widersprach  selbstverständlich dem Anliegen Hugos,dem wohl eher an einer zeitgenössischen Darstellung jener Epoche des ausgehenden Mittelalters gelegen war, in der seine Protagonisten leben und leiden müssen.

wird fortgesetzt




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