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Vorwort

Die folgende Kurzgeschichte habe ich bereits 1983 geschrieben. Geplant war eine mehrteilige Fantasystory, und der Abdruck sollte eine Art Preview darstellen. Mit der Zeit verlor ich diese Geschichte aber "aus den Augen", und präsentiere sie nun, in überarbeiteter Form, auf dieser Seite...

Farnenwelt

Wallfahrt zur Seeleninsel

In den Wäldern der "Uralten" erstand einst, durch die Gewalten entfesslter Magie, der schwarze Runenstein, der Seelenverderber. Diese Wesen waren an ihren Ort gebunden und durften ihn niemals verlassen, denn einst brachten deren unheilvolle Kräfte großes Leid über alles was lebte.So konnte sich ihre Macht nur noch bis an die Grenzen jener Wälder erstrecken, auf daß niemandem jemals wieder ein Leid geschah.

In grenzenlosem Neid, ja Hass, auf die freie Farnenwelt, waren sie voller boshafter Gedanken und erschufen so jenes grausame Ding, das selbst Raum und Zeit überwinden konnte.Und sie sandten es in die Welt, um an ihrer statt zu wirken. Thol,der letzte aller Druiden, wurde seiner habhaft und nahm den Fund an sich.

Und da den Zauberer die unsterbliche Macht seiner Vorfahren umgab, verfiel er dem Unheil nicht und war als einziger gefeit.Doch nach einiger Zeit wurde der Stein, durch einen Meisterdieb, aus seinem Hause entwendet, und gelangte so nach Farnland....

Dort war ein grosses Unwetter,das gewaltige Verwüstungen nach sich zog. Bei diesem Anblick erhob sich grosse Verzweiflung unter den wackeren Menschen, denn es gab vieles, daß wieder gerichtet werden mußte.

Dorn erging es am ärgsten, denn Kirschblüte, die seine Gattin war, erkrankte und war außer Stande ihm beizustehen.Aber der Unglückliche wußte nicht, was daran die Schuld trug. Noch vor wenigen Tagen hatte das arme Geschöpf sie gefunden, die grausame Botschaft der Uralten,von den gierigen Händen eines Ahnungslosen an diesen Ort getragen und verloren.Dieser war nur zu sicher verflucht, wie nun auch Kirschblüte. die ihren Untergang in die gemütliche Wohnstatt geladen hatte.

Dorn war verzweifelt, denn von all dem ahnte er nichts."Mein lieber Mann",so flüsterte die gequälte Seele einmal,"Ich werde sterben. Meine Zeit ist gekommen." Dies mußte er des öfteren vernehmen und war bald ohne Hoffnung. Ihr Zustand verschlimmerte sich zusehends,und ehe der Farnwinter einzog, verfiel sie in einen seltsamen, tiefen Schlaf. "Oh weh", jammerte der Unglückliche in seinem grenzenlosen Schmerz, "hier liegst Du nun und,wahrlich, Hilfe gibt es nicht.Verdammtes Unglück, wieviel bringst Du noch!?"

In seiner grenzenlosen Trauer konnte er das Klopfen nicht vernehmen, welches die Tür fast zum Bersten brachte.Als es ihm nun doch in die Ohren drang, da öffnete er widerwillig. An derTür stand der graubärtige alte Thol."Willst Du den Runenmeister nicht bitten", fragte der scharf. Und Dorn erkannte ihn, und wußte, das nun zumindest nicht alles verloren war."Du bist es also, hat Dich das Schicksal oder deine unendliche Weisheit hierher geführt" rief er, nun schon wieder voller Zuversicht...

"Nicht das Schicksal, sondern eine weit größere, Macht. Es ist nur zu klar.""Dann kannst Du ihr helfen?" "Man wird sehen, zuerst aber, gib mir den Verursacher, der sich in Deinem Hause verbirgt." "Dies also, nutzlos und nur Tandt", erwiderte der aufgewühlte Ehemann, "Du kannst ihn haben, wenn dir daran soviel liegt." " Dann ist Dir nichts bekannt!"rief Thol, voller Sorge, aber auch Zorn war darin, " Ihr gebt dem Seelenverderber Heimstadt!" "Davon wußte ich wahrlich nichts. Mir war nicht klar,daß darin ein solch furchbares Geheimnis verborgen ist." "Und, hast du ihn berührt? fragte Thol. "Oh nein, ich nicht. Kirschblüte fand dies garstige Ding und trug es fortan mit sich." "Dann sei froh..,"

"Aber was ist mit Dir?", fragte Dorn."Bist du nicht auch in Gefahr?" "Du vergißt wer ich bin und welche Macht mich beschützt." "Was kannst Du jetzt für sie tun?" "Nun, der Stein hat deine arme Frau vergiftet.Und sie stirbt, daran können wir nichts ändern.Aber Hilfe für ihreunsterbliche Seele gibt es wohl." "Und was muß ich tun? Verlange, was Du willst und ich werde folgen." "Nun denn, es eilt, wir müssen sie zur Seeleninsel bringen.

"Und dies muß wirklich sein?,fragte der Trauernde." Es ist doch so,daß kein menschliches Wesen die Insel betreten kann." " Dein Weg ist am Ufer des weissen Flusses zu Ende.Dort erwartet uns Gol, der Fährmann. Und bedenke, daß dein Zögern sie immer weiter in die Dunkelheit entführt. Auch du bist dann in Gefahr, denn einmal verdorben, zieht es auch Dich in den Abgrund. Doch ich werde für ein gutes Gelingen sorgen..."

Es war schon Abend, als er, endlich zur Einsicht gekommen, die traurige Reise begann. Und mit ihm ging Thol,der allem Unbill Achtung schenken wollte, das noch kam. Sie führten einen Ochsenkarren ,auf dem Kirschblüte in weichem Stroh, gebettet war.

Als sie ein gutes Stück hinter sich hatten, begegnete ihnen ein Wanderer. "Ich bin Larn", stellte der Unbekannte sich sogleich vor." Ihr tragt eine traurige Last. Es sei erlaubt, daß ich euch wohl auf dieser Wallfahrt begleiten darf,denn mein Weg ist gleich dem Euren."Und so der scharfe Sinn des Zauberers nichts Böses in diesem Menschen ausmachte, war nichts einzuwenden. "Dann kommt nur, damit wir zusammen an das traurige Ziel unserer Reise gelangen. Jedoch erklärt uns diese vorab die Zufälligkeit, denn immerhin gebt ihr uns Rätsel auf damit." Wie sie denn gingen, erklärte sich der Fremdling weiter und erzählte seine Geschichte.

Vom Vater war dort die Rede,der aus Habgier,die Elfenwelt verriet und gestraft wurde,fortan Wacht am weissen Fluß zu tun. Erlösung davon ergab sich im erstgeborenen Sohn, die Bürde,opferwillig, zu nehmen. Denn die Welt war aus den Fugen und nur durch solche Tat wieder zu besänftigen;auf daß Gleichwicht in Gut und Böse sein mochte, Indes, Larn war dazu bereit...

Es graute schon der Morgen, als das Ziel nahte. "Laßt uns beten für die Verlorene", so befahl der Zauberer.Das taten sie und wärend die Zeremonie fortschritt, kam Gol der Fährmann vom Ufer der Seeleninsel gefahren. ."Das war einst mein Oheim", so klagte der Wanderer wehmütig, wohl wissend, es nun an ihm war, die Bürde zu tragen. Als Dorn die Gestalt kommen sah, verlor er die Fassung und wollte schon entfliehen.Aber Thol hielt ihn."Rasch, die Unglückliche stirbt schon.Bring sie dem Fährmann." Dies tat Dorn mit zitternden Gliedern. Nur mühsam gelang es ihm, Kirschblüte in das Boot zu legen. Kaum hatt er das jedoch vollbracht, da stieß selbiges vom seichten Ufer ab und machte seinen Weg zur unwirklichen Heimstadt der Verlorenen."Nun geht sie denn dahin", klagte Dorn und weinte bitterlich.Thol sah der Gestalt nach und erkannte darin ihren Begleiter, der das Vermächtnis der Elfen nun erfüllte.

Es wurde erzählt, dass Dorn noch ein Jahr lebte, dann verschied er vor Gram. Es war sein sehnlichster Wunsch, am Ufer des weissen Flusses die letzte Ruhe zu finden.

ENDE



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