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                   Die Geister, die ich rief....

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“Marley war tot; damit wollen wir anfangen. Darüber gibt es nicht den leisesten Zweifel....“

So beginnt Charles Dickens seine vortreffliche Erzählung „Eine Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol)“ und führt uns sogleich den herzlosen Geizhals Ebenezer Scrooge vor Augen, dem der verblichene Kompagnon, in der Nacht zum 25. Dezember, als Gespenst erscheint. Durch eigene Hartherzigkeit und Gier an rasselnden Ketten gefesselt, teilt die Erscheinung Scrooge mit, dass ihm  dieses Schicksal erspart bleibt, wenn er sich bessert. Drei Geister, vergangene, gegenwärtige und zukünftige Weihnacht, sollen ihn besuchen, damit er einsichtig wird und sein Leben ändert. Tatsächlich erkennt Ebenezer Scrooge, in einer einzigen Nacht, wie schlimm es um ihn steht und wird geläutert…

Selbstredend zog diese Geschichte auch zahlreiche Film-und Fernsehadaptionen nach sich. 1983 gab es sogar eine Zeichentrick-Kurzfilmversion aus der Disney-Factory, in der Dagobert Duck als Ebenezer zu sehen war, schlussendlich eine logische Entscheidung für das Studio, denn der selige Walt Disney nannte seine Schöpfung, ganz nach Dickens, im Original Scrooge(dtsch: Geizhals) McDuck.
Die erste richtige Spielfilmfassung lief 1951 in den Kinos, und es darf uns keinesfalls verwundern, dass der Stoff sehr viel später auch gerne in moderner Form angegangen wurde. So lies sich Bill Murray 1983, ganz auf zeitlicher Höhe, als TV-Produzent Frank Cross, in Richard Donners „Scrooged“ zum Guten bekehren. In der deutschen Fassung gab’s im Titel [„Die Geister, die ich rief"]zusätzlich ein bischen Goethe.
Es braucht allerdings nicht immer weihnachtliches Ambiente, um menschliche Fehler zu korrigieren, manchmal tut’s auch eine Hochzeit…

Schürzenjäger Connor liebt die Frauen. Noch mehr aber liebt er eigentlich seine eigene Freiheit und natürlich den Spaß. Weil das für ihn allerdings zumindest auf Dauer nicht zusammenpasst und so bereits das eine oder andere gebrochene Herz seinen Weg pflastert, suchen ihn auf der Hochzeit seines kleinen Bruders Paul ganz besondere Geister heim. Diese sind nämlich einige seiner zahlreichen Verflossenen, die ihn auf eine Reise durch sein eigenes Liebesleben mitnehmen.

Harte Zeiten für Liebhaber romantischer Komödien, denn Mark Waters Film weckt hohe Erwartungen, die dann letztendlich nicht erfüllt werden. Die Idee dahinter, eine romantische Standardkomödie in einen populären Klassiker zu beamen, hätte durchaus etwas bringen können, aber Waters liefert als Ergebnis eben doch nur bekanntes Material und verschleppt dann 100 endlose Minuten.

Da hilft es wenig, Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“, neugewandelt, in einen Hochzeitsplot zu transportieren; wenn man sich denn darauf einlassen will, bleibt einem das Lachen bald im Halse stecken.
Das ist nicht Ebenezer Scrooge, der unbarmherzige Geizhals, dem geholfen werden soll, nein, das ist Mattew McConaughey, der den Modefotografen Connor Mead bringen muss. Dabei vergeigt der Mädelsschwarm ganz nebenbei den romantischen Anteil mit Partnerin Jennifer Garner, die seine einzig wahre Love-Interest aus vergangenen Zeiten mimt.  Schade eigentlich, denn Garner bringt weit mehr Persönlichkeit als die glatte Kate Hudson, McConaugheys Costar aus dem Streifen „Ein Schatz zum verlieben/08.“ Kurz und gut, das Ding ist nicht besser oder schlechter als andere Machwerke, die wir in der letzten Zeit erdulden mussten; und wenn sich zum guten,vorhersehbaren Schluss, der Saulus, wenig überzeugend, zum Paulus wandelt, interessiert das eh niemanden mehr.

So ist die Dickensche Vorlage als Neuinterpretation einfach nur ein Durchläufer.

 

 

2.6.09 16:16
 


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